“Bürgerrechte im Internet-Zeitalter” – Blick über den eigenen Tellerrand
Eigentlich wollte ich ja schon längst wieder was geschrieben haben. Zum Beispiel das wir die Vorschläge fürs Wahlprogramm rechtzeitig eingereicht haben, einen kleinen Bericht von der Demo am Dienstag (23.02.10) (Die gegen den Jugend Medien Staatsvertrag) aber irgendwie stecke ich dafür gerade zu sehr in Arbeit. Außerdem schreiben da schon genug Leute was zu. Wozu nur wenige was geschrieben haben (weil auch wenige Piraten anwesend waren) war die Diskussion zum Thema “Bürgerrechte im Internet-Zeitalter” die von der SPD nahen Friedrich Ebert Stiftung im Unperfekthaus in Essen veranstaltet wurde. Aber es schadet ja nicht mal zu sehen was die anderen so treiben. Bis auf Elle, die mich auf den letzten Drücker auf den Termin hingewiesen hat, waren auch leider keine weiteren Piraten anwesend. Eingeladene Redner waren unter anderem Markus Beckedahl von Netzpolitik.org, Alvar Freude vom AK Zensur und MdL Thomas Kutschaty. Für einen Piraten sicherlich ein interessantes Event.
Von den Themen her wurden die “üblichen Verdächtigen” angesprochen: Die Vorratsdatenspeicherung, das Zugangserschwerungsgesetz, Urheberrechte, Datenschutz und Überwachung sowie der Jugend Medien Staatsvertrag.
Leider habe ich am Anfange in par Minuten verpasst (Danke nochmal an die Deutsche Bahn!) – zum glück hauptsächlich die Begrüßung. Danach folgten ein par allgemeine Statements der Redner, unter anderem ein sehr gutes von Alvar Freude zum Thema Zensur und eins zum Thema Vorratsdatenspeicherung. Die meisten Teilnehmer haben sich generell sehr gut geschlagen, fand ich. Ganz wichtig: Sachlich und inhaltlich sauber!
Leider konnte man das nicht von allen behaupten. besonders die Moderatorin (Ich nenne jetzt mal keine Namen), die ja immerhin eine halbwegs neutrale Rolle einnehmen sollte, begann die nachfolgende Fragerunde mit einer sehr energischen, reißerischen Rede die sich nicht nur inhaltlich widersprochen hat, sondern auch von der Lautstärke und der Wortwahl her sehr emotional geladen wirkte. Das hat sich auch im laufe der Veranstaltung z.B. durch ungleiche Behandlung von Fragestellern und ausschweifende persönliche Kommentare wie “(…)die einfach nur alles kostenlos Downloaden wollen(…)” gezeigt. Da grenzte es an Ironie die Einleitung mit den Worten “Ich bin ja lernfähig, ich will ja Lernen” zu beenden. Ihrem Parteikollegen musste man immerhin zu gute halten das der Wille da war, fachlich fehlte da aber noch einiges. So vielen mal wieder Schlagworte wie “Rechtsfreie Räume” oder die Forderung “Medienkompetenz der Jugendlichen zu fördern” – von der älteren Generation, insbesondere der Eltern die wissen sollten was ihre Kinder eigentlich tun und was nicht, war mal wieder keine Rede. Gleichzeitig wurde mal wieder das übliche “Bedrohungszenario” aufgezogen: Scheinwelten, angeblich “überall vor die Linse springende” Gewaltvideos (na gut, er hat es nicht so gesagt, es kam aber inhaltlich so rüber).
Sehr amüsant fand ich ja die Aussage “Aber die Daten aus der Vorratsdatenspeicherung werden ja nicht für Überwachung genutzt sondern nur für einzelne, Kriminelle Personen” – wir konnten es uns nicht verkneifen da das Thema Indect ein zu werfen. nach kurzer Erklärung mussten da wohl einige Leute schlucken.
Aber immerhin musste ich bei der Antwort (ich glaube sie kam von Markus) schmunzeln: “Vor Indect habe ich keine Angst da ich weiß wie EU Projekte verlaufen. Ich habe die Hoffnung das es wie 90% der EU Projekte scheitern wird.”
Zum Thema Urheberrecht wurde wie immer nicht zwischen Urheberrecht und Verwertungsrechten unterschieden, das Thema “Bits kann man nicht Stehlen”, Gema Abgaben auf Medien und Geräte sowie Kulturflatrate wurden angeschnitten. Was mir positiv aufgefallen ist: Im Publikum gab es sehr viel Feedback von Leuten die mit Creative Commons gute Erfahrungen gemacht hatten.
Inhaltlich fällt es mir schwer da ein Fazit abzugeben. Die üblichen Argumente wurden ausgetauscht, es ist ein Kampf gegen Windmühlen der aber geführt werden muss und sehr anstrengend ist. Ich denke Alvar hat das sehr gut Formuliert: Sinngemäß hat er gesagt das die Gesellschaft sich entscheiden muss ob sie die Möglichkeiten des Internets als Chace begreifen oder als Gefahr sehen will.
Was mein Politisches Fazit an geht: Die SPD Versucht mit solchen Veranstaltungen den Dialog aufzugreifen, leider gelingt ihr das nicht, so lange die Abgeordneten die Sie hin schicken entweder extrem voreingenommen sind oder nicht weiter versuchen sich mit der Materie zu beschäftigen. Wenn ich weiter auf die Moderation eingehen würde wäre die harmloseste Aussage “versuchte Meinungsbildung” – das P Wort würde mir vielleicht noch jemand übel nehmen.
Um mal nicht nur die Negativen Seiten aufzuzeigen: Ich halte die Aussage “Es hat Jahre gedauert, bis die Politik verstanden hat das man einen Fernseher nicht wie ein Radio behandeln kann, vielleicht sind wir hier an so einem Punkt wo es ähnlich ist” immerhin für einen Hoffnungsschimmer.
Für einen Piraten wie mich – oder sicherlich auch die Sachkundigen der Teilnehmer – gab es aber leider zu viele Situationen zum Kopf schütteln, lachen unterdrücken oder über die Unwissenheit anderer verzweifeln. Das Thema “Aufklärung” sollte nicht auf Jugendliche beschränkt werden – Solche Veranstaltungen sind ein erster Schritt, der Weg ist aber noch SEHR Lang.
In: Allgemein · Schlagworte: Essen, Podiumsdiskussion
RFID Vortrag beim Piraten Barcamp vom 07.02.2010
Gestern fand es endlich statt: Das Lang erwartete Piraten Barcamp. Neben zahlreichen interessanten Vorträgen hatte man auch mal wieder die Gelegenheit sich mit anderen Piraten zu unterhalten – und auch ne menge Spaß zu haben
Das war wirkliche in gelungener Tag. Ausreichend Mate, ne Sammelbestellung für Pizza – nur um mal die Klischees zu bedienen *grins* – und ein Haufen Piraten: Was braucht man mehr?
Für mich begann das ganze damit das ich einen kurzen Vortrag halten durfte. Thema: Kurzer Überblick zu RFID: Technik, Anwendungsbereiche, Vor- und Nachteile mit anschließendem Workshop: Wir bauen uns einen RFID Zapper. Das Script dazu gibts hier und ein Video wurde auch gedreht.
Danach hatte ich noch (freiwillig aber auch unfreiwillig weil die Zapper noch nicht fertig waren) gelegenheit den Vortrag von Martin zum Thema Groupware zu hören. Danach folgte die Disskusion “Crews und/oder Kreisverbände” – an sich habe mich (abgesehen vom Vortrag von Jörg) eigentlich fast ausschließlich in Raum 2 aufgehalten. Einige andere Vorträge wären auch sehr interessant gewesen, beim nächsten mal vielleicht.
Alles in allem würde ich sagen: Jederzeit wieder, so ein Barcamp macht einfach Spaß!
In: Allgemein · Schlagworte: barcamp, Datenschutz, rfid, vortrag, workshop
Und dann kam alles ganz anders…
EIGENTLICH wollte ich noch einen Beitrag zum Landesparteitag 2010.1 am 23./24.1. schreiben. Na gut, vielleicht wird es das auch. Aber ich weiß jetzt schon das ich abschweifen werde.
Die gute Nachricht: Wir haben einen neuen Vorstand gewählt, dem ich bei der Gelegenheit auch gleich mal gratulieren möchte
Außerdem wurde viele Punkte des Wahlprogramms beschlossen. Darunter auch essentielle Bereiche wie “Bildung”, “Umwelt”, “Open Access” und “Verbraucherschutz”. Unser Programm zum Thema Kultur war leider aus Zeitgründen noch nicht dabei, ebenso wie viele andere Bereiche. Damit kommen wir zu den schlechten Nachrichten: Die Zeit hat einfach nicht gereicht. Jetzt gibt es natürlich mehrere Varianten damit umzugehen. Bei uns sah das so aus das wir nur Zwei Optionen hatten: Neu Einladen und in 4 Wochen weitermachen oder vertragen. Wir wollten “eigentlich” auf den 31.1. Vertragen – wobei es hierzu viel Kritik gab, vor allem wegen der kurzen Vorbereitungszeit (eine Woche vorher Urlaub beantragen ist leider für viele nicht möglich). Das wurde dann auch so beschlossen.
Tja und dann kam alles ganz anders. Die Fortsetzung fällt flach. Aber wieso eigentlich?
Es ist bisher nicht vorgekommen das eine Versammlung auch wirklich vertragt werden musste. Dem entsprechend gab es zweifel daran, ob das auch Formal alles so korrekt ist. Vom Moralischen Aspekt (kurze Frist) gar nicht zu reden. Deswegen hat ein Mitglied des Landesverbandes das Schiedsgericht angerufen. Aber auf den Mailinglisten war vorher schon die Luft am brennen, im Protokoll hatte sich ein Fehler eingeschlichen so das geklärt werden musste ob jetzt “vertragt” oder “unterbrochen” wurde, die Gegner und Befürworter der Vertagung haben sich nicht nur argumentativ aus einander gesetzt, sondern auch teilweise sehr Persönlich. Für die einen war ganz klar: Der Versammlungsleiter ist schuld, für die anderen: der Protokollant, und wieso stellt jemand einen Antrag ans Schiedsgericht? Muss das sein? Darf das sein? Und überhaupt? Wieso haben die Leute blos dafür gestimmt? oder dagegen? Ein Aufhänger findet sich immer. Leute die anderer Meinung sind auch. Und damit beginnt der Kessel zu brodeln…
Ein brodelnder Kessel ist wohl die richtige Stelle einzuwerfen das doch angeblich alles eingesaut ist, vor allem die Küche! Der Hausmeister hat die so abgenommen? na und? Die Parteikollegen sind jetzt auf einmal “Schweine”. Und auf einmal fehlen angeblich 20 Tassen mit Aufdruck der Schule – die wir ganz sicher nicht in der Hand hatten. Das ganze weitet sich auf das Thema “Wer hat eigentlich die Orga versaut?” aus. Angeblich ist der Ort damit weg vom Fenster – aber vielleicht doch nicht? Der Flamewar geht weiter, Argumente zählen nicht. Hauptsache irgendwer ist schuld.
Die Abbrucharbeiten an der Schule in Gelsenkirchen gehen wohl auch weiter. Habe gehört ein ganzer Flügel wurde eingerissen und nieder gebrannt. Eigentlich lief das ganze Thema Essen recht gut, alle waren zufrieden, wir sind mehrmals mit dem Hausmeister durch die Küche gegangen und haben uns bestätigen lassen das alles sauber ist. Leider war es das wohl dann doch nicht. Jedenfalls kam eine – in meinem empfinden – scharf formulierte E-Mail auf die Liste. Vieles waren Kleinigkeiten, z.B. mussten wohl ein par Lappen ausgetauscht werden, das Spülmittel war wohl alle und eine rolle Müllsäcke war verschwunden. Das ist unschön, lässt sich aber relativ einfach regeln. Was mich wirklich verdutzt hat: Die fehlenden Tassen. Wer zum Geier klaut Tassen mit dem Logo der Schule drauf? Und dann noch genau 20 Stück. Also entweder hat sich jemand verzählt (wir hatten die definitiv seitens der Orga nicht in der Hand!) oder jemand hat die Tassen gezielt geklaut. Ich hoffe das klärt sich bald auf, ich neige inzwischen dazu dem Vorschlag “Erstattet doch Anzeige gegen unbekannt” nachzukommen. Ich will das nicht auf uns sitzen lassen. Das wirft nicht nur ein schlechtes Bild auf uns als Partei, sondern auch auf die Leute die sich freiwillig Zwei Tage lang in die Küche gestellt haben um zu Kochen, Brötchen zu belegen und alle mit Kaffee zu versorgen. Ich würde für jeden einzelnen davon meine Hand ins Feuer legen. Und ich bezweifle einfach das die Tassen im Beisein von uns entwendet wurden. Und was den Rest an geht: Wo gekocht wird – vor allem für 250 Leute – kann es auch mal schmutzig werden. Wir haben überall geputzt, wenn da noch was hängen geblieben ist ist das ärgerlich, aber auch dafür gibt es Lösungen (z.B. ein fest eingeteilter Putzdienst oder ein externer Dienstleister). Ich hatte eher den Eindruck das es sich meist um Probleme bei der Kommunikation handelt. Und das nicht innerhalb unserer Orga oder seitens der Schule sondern konkret mit der Verbindungsperson zwischen der Schule und uns. Vor allem finde ich es faszinierend wie jemand von einer Mail zur anderen komplett gegenteilige Aussagen treffen kann.
Das Pulverfass stand bereit, die Lunte war am brennen… aber dann hatte jemand ne Kippe in der Hand, bereit das ding ins Fass zu werfen: Angeblich wurden gegen Ende der Versammlung, als alles am rumoren und grummeln war Stimmkarten an die JuPis ausgegeben, damit die von Listenkandidaten signiert und zur Aufbesserung der JuPi Kasse verkauft werden können.
Das Problem: Es war nicht mehr klar wer jetzt seine Karte “rechtmäßig” erhalten hat und wer eventuell eine in der Hand hatte obwohl er nicht stimmberechtigt war. Leider kam das erst hinterher raus, ein Zeuge hat aber auch angegeben das er sich einfach eine neue Karte nehmen konnte. leider hat auch niemand mehr bei der Abstimmung ausgezählt wie viele stimmen abgegeben wurden. Das Schiedsgericht war deswegen der Auffassung, die letzte Abstimmung wegen der Vertagung sei ungültig… Man weiß ja nicht ob alle die abgestimmt haben das auch durften – und das Ergebnis somit eventuell falsch wäre.
Die Flamme kriecht derweil unaufhaltsam Richtung Pulverfass… Ganz klar: Jetzt sind die JuPis schuld! Und der Typ mit der Karte sowieso! Und der Wahlleiter! Und das Schiedsgericht! Und die Leute von der Akkreditierung! Und überhaupt! Ach ja: der Vorstand sowieso – vorsichtshalber der alte UND der neue!
Zwischendurch kommt raus: Es gibt anonyme Drohungen gegen den Antragsteller. Am besten noch ein Parteiausschlussverfahren. Die sachliche Ebene? Zumindest auf der Mailingliste nicht mehr von Relevanz. Inzwischen geistern sogar Anschuldigungen durch den Raum: Das waren bestimmt die Leute die Kreisverbände wollen, die haben das doch bestimmt absichtlich sabotiert! Es könnten aber auch genauso gut kleine, grüne Männchen gewesen sein… aber hey: immerhin kann man nochmal jemandem die Schuld daran geben… Übrigens macht sich das Schiedsgericht weiterhin gut als Zielscheibe: Die todsichere Methode kein Sinnvolles Ergebnis zu erhalten: Man erstellt eine Umfrage – Thema heute: “Hat das Schiedsgericht sauber gearbeitet?” Von “Alles OK” bis hin zu “Die sind doch alle Korrupt” ist so ziemlich alles dabei, nur leider kein “Nervt mich nicht mit dem scheiß sondern kümmert euch um wichtigere Dinge” Knopf. Sachlich gesehen bleiben nur zwei Optionen: Zum Bundesschiedsgericht gehen und Berufung einlegen oder es einfach akzeptieren und seine Energie in wichtigere Dinge stecken. Die ganzen Haarspaltereien über Formulierungen und gegenseitige Schuldzuweisungen und Angriffe bringen niemandem etwas.
Die Vernunft bleibt leider komplett auf der Strecke. Am 27./28.2. findet der nächste Parteitag statt, bis 10 Tage vorher können wir neue Punkte für das Wahlprogramm einreichen. Dann können wir das was nicht geschafft wurde abzustimmen, und uns auf die Inhalte vorzubereiten die da zur Abstimmung stehen. Natürlich ist es ärgerlich, wenn Punkte nicht schon Sonntag verabschiedet werden (wäre der Preis es wert?), natürlich kostet es uns Zeit, natürlich wartet der Wahlkampf nicht auf uns. Aber wenn wir so weiter machen wie diese Woche dann brauchen wir kein Wahlprogramm mehr. Es hat keinen Sinn sich über Dinge aufzuregen die gelaufen sind, man muss das beste daraus machen und fürs nächsten mal draus lernen. Aber wo hin führt uns der Weg wenn wir wie die irren auf einander ein dreschen? Ich bin mir sicher es gibt haufenweise vernünftige Piraten – die damit beschäftigt sind an Programmen, Satzung, Ideen, Flyern usw. zu arbeiten. Vielleicht haben wir Glück: Wenn sich die Leute auf der Mailingliste gegenseitig die köpfe einhauen bleiben vielleicht nur noch die übrig, mit denen man vernünftig reden und Arbeiten kann.
Und was ist mit Sonntag? Sonntag wird es ein Arbeitstreffen geben, wo genau das gemacht wird: Über Inhalte geredet. Ich hoffe es kommen viele Leute hin. Ich werde mich dabei weiter auf die Vorschläge für den AK Kultur stürzen. Vielleicht finden sich ja noch 1-2 andere Piraten.
Abschließend bleibt noch ein Zitat von Hape Kerkeling:
“Was soll’s. Morgen werden sie eine andere Sau durchs Dorf treiben.”
In dem Sinne: Kommt mal alle wieder runter.
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Direktkandidatenwahl
Am Abend des 13.01.2010 haben wir den Direktkandidaten für den Wahlkreis Hamm I (118) Für die Landtagswahl in NRW im Mai 2010 gewählt. Ich gratuliere an dieser Stelle Burkhard Lensing, der sich gegen einen weiteren Kandidaten durchsetzen konnte.
Der Kandidat für den Wahlkreis Hamm II (117) wird am 16.01. zusammen mit den Wahlkreisen Unna I bis Unna III gewählt.
Damit ist die Piratenpartei in Hamm ebenfalls auf Kurs in Richtung Landtag.
In: Allgemein, Landtagswahl 2010 · Schlagworte: Direktkandidat, hamm, Landtagswahl
Wahlprogramm – Deadline
Am 23.1. ist es so weit: Die Landesmitgliederversammlung stimmt über das Wahlprogramm ab. 10 Tage vorher müssen die Vorschläge eingereicht sein. Der zuständige Arbeitskreis braucht natürlich auch noch Zeit. Deswegen muss das Programm spätestens heute Abend vorgelegt werden. Was soll ich sagen: Im Bereich Kultur wird es zwar knapp, wir kriegen aber wohl alle Vorschläge rechtzeitig fertig. Ich bin gespannt welche davon hinterher auch angenommen werden.
In: Allgemein, Kultur · Schlagworte: Arbeitskreis, Kultur, Landtagswahl, Wahlprogramm
Arbeitskreis Kultur
Am 22.11.2009 fand ein Arbeitstreffen des AK Kultur NRW im Unperfekthaus in Essen statt. (Übrigens immer einen Besuch wert!) Leider sind wir im Bereich Kultur noch etwas unterbesetzt (Wir waren z.B: am Sonntag nur 4 Personen). Trotzdem haben wir schonmal eine grobe Linie rein gebracht. Der Bereich Kulturpolitik ist ein sehr Weit gefasstes Thema. Wir werden auf Grund der kurzen Einreichungsfrist bis zur nächsten Landesmitgliederversamlung vermutlich nicht zu allen Bereichen etwas ausarbeiten können, aber gerade in den Bereichen Förderung von Jungen Künstler (Plattformen bieten, Creativität fördern), Jugendzentren (Zwanglose Förderung von Interessen und Subkulturen statt nur Zentren an “Soziallen Brennpunkten” zu errichten), Freien Bühnen (Laienschauspiel etc.) kristalisieren sich langsam sehr gute Ideen heraus. Natürlich kratzt der Bereich Kultur auch das Thema “Freie Lizenzen” (Remix kultur, auf andere Werke aufbauen) an.
Übrigens hat am selben Tag auch der AK Drogenpolitik NRW sein Treffen dort abgehalten. Ich war sehr Positiv überrascht mit welcher Sachlichkeit sich der AK einigen Themen angenommen hat. Wenn es um Drogen geht befürchtet man ja mal schnell das da die “Wir müssen alles mögliche Legalisieren Fraktion” sitzt. Das war in dem Fall nicht so! Aber das nur mal so als Einwurf…
Der AK Kultur NRW wird sich voraussichtlich jeweils Samstag und Sonntag an den nächsten Wochenenden treffen sowie ein Treffen via Mumble innerhalb der Woche abhalten. Ich denke wir werden am Ende etwas brauchbares vorlegen können
Denn bisher gibt es noch keine Offizielle Aussage zur Kulturpolitik in NRW – und das wollen wir ändern!
In: Kultur · Schlagworte: Arbeitskreis, Essen, Kultur
Verbraucherpolitischer Kongress 2009
Heute fand in Hamm der “Verbraucherpolitischer Kongress 2009″ statt. Verbraucherschutz ist zwar offiziell noch kein Piratenthema, auf der letzten Landesmitgliederversammlung hat sich aber gezeigt das das Thema einen sehr großen Anklang findet und wohl auch bald eins wird. Ein Grund mehr sich das ganze mal anzusehen.
Ich möchte dazu auch gleich sagen das es sich hier um einen persönlichen Einblick handelt und wir als Partei noch keine Offizielle Aussage zum Thema Verbraucherschutz haben. Es kann sogar passieren das sich meine Meinung auf Grund von neu hinzugewonnenen Informationen ändert.
Das Motto der Veranstaltung hat natürlich auch ein gewisses Interesse geweckt: “Verbraucherschutz und Medienkompetenz junger Menschen im Web 2.0″.
Soll man daran hohe Erwartungen stellen? Es kommt auf den Rahmen an…
Das ganze fing erstmal mit ein par Vorträgen an, unter anderem mit Statistiken, Vorstellungen von Projekten und Organisationen usw…
Was ich dabei Paradox fand: In einigen Präsentationen wurde sehr Penibel auf den Datenschutz geachtet. Screenshots mit Profilen wurden zum Beispiel “geschwärzt”. Andere Referenten haben dagegen Profile von “Web 2.0″ Seiten gezeigt auf denen Namen, Nicknames usw. sichtbar waren.
Ja, Initiativen sind eine gute Sache. Bereitgestellte Materialien und Zielgerichtete Angebote auch. Aber es hapert irgendwie an der Organisation und am Image/An der Aufmachung. Lehrmaterial muss den Lehrern auch zugestellt werden. Angebote für Jugendliche sind nicht “hip” nur weil ein par Initiatoren der Meinung sind “Wir machen jetzt mal auf Jugendlich”. Auf der anderen Seite hat man die “Offiziellen” Publikationen. Und jetzt Stellt euch bitte jetzt mal selber die Frage: Welche Wirkung hat eine Broschüre von einem Ministerium auf euch? Liest die jemand der gesagt bekommt “Wir haben hier mal Infobroschüren vom Ministerium für XY – wenn ihr wollt könnt ihr euch die mit nehmen” – Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, aber das Feedback was ich dazu bisher erhalten habe kam aus der Richtung “Lohnt nicht zu lesen”, “interessiert mich nicht”, “was steht da schon drin?”. Das ist meiner Meinung nach ein Image Problem. Es gibt sicher auch sehr gute Publikationen. Teilweise sicher aber auch Oberflächlichen, manchmal auch schlecht rescherschierten Inhalte.
Ansonsten mal ein par persönliche Eindrücke:
- Ich hatte den Eindruck das Leute mit begriffen wie “Medienkompetenz” um sich geworfen haben, ohne zu verstehen wovon sie reden und das sie ein falsches Verständnis der Begrifflichkeit haben. (Medienkompetenz bedeutet nicht “Ich habe Ahnung vom Internet und kann Klingeltöne runterladen”)
- Das man Statistiken zwar erheben kann, dann aber meiner Meinung nach die Differenzierung fehlt, da die Punkte sehr allgemein gehalten sind. (Einige Faktoren bleiben außer acht, andere verschmelzen Bereiche, bei anderen fehlt die Weitsicht)
- Das man einen Haufen Buzzwords zu hören bekommt so das man am liebsten schon Bingo gerufen hätte.
- Es bringt nichts eine Podiumsdiskussion zu führen, dann aber nur 5 Minuten Zeit für Fragen zu haben.
Inhaltlich hat sich das ganze gut im Kreis gedreht. Aber immerhin war das Essen okay
Nach den Vorträgen wurden noch Foren zu verschiedenen Themen angeboten. Da wir mehrere Piraten vor Ort waren konnten wir uns gut verteilen. Ich hatte mir vorab das Forum “Datenschutz – Unbekanntes Verbraucherrecht in sozialen Netzwerken?” ausgesucht.
Was nehme ich aus dem ganzen mit?
- Es gibt immer verschiedene Interessengruppen die sich manchmal gegenseitig das leben schwer machen (z.B. Datenschutz/Verbraucherschutz/Werbeindustrie), das wurde sehr gut erläutert.
- Wenn man Zeit aufwendet über Jugendliche und sozialen Netzwerke zu reden sollte man auch mal welche einladen. Bei den Netzwerken hat das geklappt – ein Vertreter von Schülervz/Studivz/Meinvz war anwesend. Leider hat niemand daran gedacht auch mal einen Schwung Benutzer zu fragen. Fazit: gefühlte 75% der Diskussionen drehten sich darum wieso Leute Daten in Soziale Netzwerke oder öffentlich ins Netz stellen, ob es vielleicht inzwischen einen Wandel in der Auffassung von Informationeller Selbstbestimmung gibt und ob die Leute sich dessen bewusst sind. Die Fragen hätten (wenn nicht so wenig zeit gewesen wäre) zwar aus dem Publikum kommen können, aber wenn überhaupt erst nach der Runde. Mir hat ein Nutzer der in der Materie steckt gefehlt. (Immerhin wurde der Vorschlag fürs nächste mal aufgegriffen)
- Es mangelt an der Aufklärung. Es haben sich sogar Lehrer lautstark beschwert das sie keinerlei Materialien (Umgang mit Sozialen Netzwerken, Privatsphäre Einstellungen usw.) für Schulungszwecke erhalten.
- Ein weit verbreitetes Problem zeigt sich auch hier: Leute die Fachlich zwar was auf dem Kasten haben sollen plötzlich dieses Wissen auf Dinge anwenden von denen sie nichts verstehen. Leider passiert das ohne die Leute zu fragen die es betrifft.
- Die anwesenden Datenschützer und Verbraucherschützer haben sich (nicht gerade unerwartet) Für Opt-In statt Opt-Out ausgesprochen. Das kann man natürlich nur unterstützen.
Generell war das Fazit: Datenschutz und Verbraucherschutz, Aufklärung und Sensibelisierung sind wichtig. Nicht nur für die “Jüngere” Generation.
Ich würde sogar so weit gehen und sagen: Viele vergessen die “ältere” Generation, hier ist die Gefahr groß das sich Leute überschätzen. “Ja, Datenschutz, Verbraucherrechte. ich weiß was ich tue”. Ist es nicht Naiv zu sagen “Wir müssen unsere Kinder über etwas aufklären was wir selber nicht verstehen”? Man muss auch den Eltern, wenn gewünscht sogar die Großeltern (Es gibt sehr viele Technik Interessierte sogar unter den Rentnern!) die Möglichkeit geben sich zu informieren. Wenn ich mir anhören durfte das sogar Teilnehmer der Podiumsdiskussion von sich sagen “Ich bin selber nicht in Netzwerken angemeldet”, “Nein, ich lese mir keine AGB durch” – wie will man dann zu einem Fundierten Ergebnis kommen?
Viele Jugendlichen (vor allem die “älteren” Jugendlichen) wissen sogar sehr gut was sie da tun, was sie preisgeben und was nicht. Natürlich gibt es auch hier Leute die die Auswirkungen nicht richtig einschätzen.
Was mich am Konzept selber gestört hat:
Die ganze Debatte war sehr “Weit weg” von den Benutzern, auf einer eher Rechtlichen, Distanzierten Sichtweise. Will man sich mit “Problemen” befassen die durch technische Weiterentwicklung entstehen, muss man sich auch mit den Leuten unterhalten die das ganze betrifft. Nur so kann man verstehen was die Leute dazu bewegt, vielleicht auch realisieren das sich ein anderes Bewusstsein entwickelt und kann auch für “Probleme der Informationsgesellschaft” entsprechende angepasste Lösungen finden.
P.s. Was mir noch aufgefallen ist: In nur wenigen Sozialen Netzwerken gibt es Möglichkeiten Informationen (falls das gewünscht ist) nur für eine Gruppe von Benutzern oder sogar für einzelne Kontakte einzustellen.
In: Allgemein, Datenschutz, Verbraucherschutz · Schlagworte: Datenschutz, hamm, kongress, Verbraucherschutz
