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	<title>Stefan Bröse &#187; kongress</title>
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		<title>Verbraucherpolitischer Kongress 2009</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 22:55:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Bröse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[hamm]]></category>
		<category><![CDATA[kongress]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute fand in Hamm der &#8220;Verbraucherpolitischer Kongress 2009&#8243; statt. Verbraucherschutz ist zwar offiziell noch kein Piratenthema, auf der letzten Landesmitgliederversammlung hat sich aber gezeigt das das Thema einen sehr großen Anklang findet und wohl auch bald eins wird. Ein Grund mehr sich das ganze mal anzusehen.
Ich möchte dazu auch gleich sagen das es sich hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute fand in Hamm der &#8220;Verbraucherpolitischer Kongress 2009&#8243; statt. Verbraucherschutz ist zwar offiziell noch kein Piratenthema, auf der letzten Landesmitgliederversammlung hat sich aber gezeigt das das Thema einen sehr großen Anklang findet und wohl auch bald eins wird. Ein Grund mehr sich das ganze mal anzusehen.</p>
<p>Ich möchte dazu auch gleich sagen das es sich hier um einen persönlichen Einblick handelt und wir als Partei noch keine Offizielle Aussage zum Thema Verbraucherschutz haben. Es kann sogar passieren das sich meine Meinung auf Grund von neu hinzugewonnenen Informationen ändert.</p>
<p>Das Motto der Veranstaltung hat natürlich auch ein gewisses Interesse geweckt: &#8220;Verbraucherschutz und Medienkompetenz junger Menschen im Web 2.0&#8243;. </p>
<p>Soll man daran hohe Erwartungen stellen? Es kommt auf den Rahmen an&#8230; </p>
<p>Das ganze fing erstmal mit ein par Vorträgen an, unter anderem mit Statistiken, Vorstellungen von Projekten und Organisationen usw&#8230;</p>
<p>Was ich dabei Paradox fand: In einigen Präsentationen wurde sehr Penibel auf den Datenschutz geachtet. Screenshots mit Profilen wurden zum Beispiel &#8220;geschwärzt&#8221;. Andere Referenten haben dagegen Profile von &#8220;Web 2.0&#8243; Seiten gezeigt auf denen Namen, Nicknames usw. sichtbar waren. </p>
<p>Ja, Initiativen sind eine gute Sache. Bereitgestellte Materialien und Zielgerichtete Angebote auch. Aber es hapert irgendwie an der Organisation und am Image/An der Aufmachung. Lehrmaterial muss den Lehrern auch zugestellt werden. Angebote für Jugendliche sind nicht &#8220;hip&#8221; nur weil ein par Initiatoren der Meinung sind &#8220;Wir machen jetzt mal auf Jugendlich&#8221;. Auf der anderen Seite hat man die &#8220;Offiziellen&#8221; Publikationen. Und jetzt Stellt euch bitte jetzt mal selber die Frage: Welche Wirkung hat eine Broschüre von einem Ministerium auf euch? Liest die jemand der gesagt bekommt &#8220;Wir haben hier mal Infobroschüren vom Ministerium für XY &#8211; wenn ihr wollt könnt ihr euch die mit nehmen&#8221; &#8211; Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, aber das Feedback was ich dazu bisher erhalten habe kam aus der Richtung &#8220;Lohnt nicht zu lesen&#8221;, &#8220;interessiert mich nicht&#8221;, &#8220;was steht da schon drin?&#8221;. Das ist meiner Meinung nach ein Image Problem. Es gibt sicher auch sehr gute Publikationen. Teilweise sicher aber auch Oberflächlichen, manchmal auch schlecht rescherschierten Inhalte. </p>
<p>Ansonsten mal ein par persönliche Eindrücke:<br />
- Ich hatte den Eindruck das Leute mit begriffen wie &#8220;Medienkompetenz&#8221; um sich geworfen haben, ohne zu verstehen wovon sie reden und das sie ein falsches Verständnis der Begrifflichkeit haben. (Medienkompetenz bedeutet nicht &#8220;Ich habe Ahnung vom Internet und kann Klingeltöne runterladen&#8221;)</p>
<p>- Das man Statistiken zwar erheben kann, dann aber meiner Meinung nach die Differenzierung fehlt, da die Punkte sehr allgemein gehalten sind. (Einige Faktoren bleiben außer acht, andere verschmelzen Bereiche, bei anderen fehlt die Weitsicht)</p>
<p>- Das man einen Haufen Buzzwords zu hören bekommt so das man am liebsten schon <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Buzzword-Bingo">Bingo</a> gerufen hätte.</p>
<p>- Es bringt nichts eine Podiumsdiskussion zu führen, dann aber nur 5 Minuten Zeit für Fragen zu haben.</p>
<p>Inhaltlich hat sich das ganze gut im Kreis gedreht. Aber immerhin war das Essen okay <img src='http://stefanbroese.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  </p>
<p>Nach den Vorträgen wurden noch Foren zu verschiedenen Themen angeboten. Da wir mehrere Piraten vor Ort waren konnten wir uns gut verteilen. Ich hatte mir vorab das Forum &#8220;Datenschutz – Unbekanntes Verbraucherrecht in sozialen Netzwerken?&#8221; ausgesucht.</p>
<p>Was nehme ich aus dem ganzen mit?<br />
- Es gibt immer verschiedene Interessengruppen die sich manchmal gegenseitig das leben schwer machen (z.B. Datenschutz/Verbraucherschutz/Werbeindustrie), das wurde sehr gut erläutert.</p>
<p>- Wenn man Zeit aufwendet über Jugendliche und sozialen Netzwerke zu reden sollte man auch mal welche einladen. Bei den Netzwerken hat das geklappt &#8211; ein Vertreter von Schülervz/Studivz/Meinvz war anwesend. Leider hat niemand daran gedacht auch mal einen Schwung Benutzer zu fragen. Fazit: gefühlte 75% der Diskussionen drehten sich darum wieso Leute Daten in Soziale Netzwerke oder öffentlich ins Netz stellen, ob es vielleicht inzwischen einen Wandel in der Auffassung von Informationeller Selbstbestimmung gibt und ob die Leute sich dessen bewusst sind. Die Fragen hätten (wenn nicht so wenig zeit gewesen wäre) zwar aus dem Publikum kommen können, aber wenn überhaupt erst <em>nach</em> der Runde. Mir hat ein Nutzer der in der Materie steckt gefehlt. (Immerhin wurde der Vorschlag fürs nächste mal aufgegriffen)</p>
<p>- Es mangelt an der Aufklärung. Es haben sich sogar Lehrer lautstark beschwert das sie keinerlei Materialien (Umgang mit Sozialen Netzwerken, Privatsphäre Einstellungen usw.) für Schulungszwecke erhalten.</p>
<p>- Ein weit verbreitetes Problem zeigt sich auch hier: Leute die Fachlich zwar was auf dem Kasten haben sollen plötzlich dieses Wissen auf Dinge anwenden von denen sie nichts verstehen. Leider passiert das ohne die Leute zu fragen die es betrifft.</p>
<p>- Die anwesenden Datenschützer und Verbraucherschützer haben sich (nicht gerade unerwartet) Für Opt-In statt Opt-Out ausgesprochen. Das kann man natürlich nur unterstützen.</p>
<p>Generell war das Fazit: Datenschutz und Verbraucherschutz, Aufklärung und Sensibelisierung sind wichtig. Nicht nur für die &#8220;Jüngere&#8221; Generation. </p>
<p>Ich würde sogar so weit gehen und sagen: Viele vergessen die &#8220;ältere&#8221; Generation, hier ist die Gefahr groß das sich Leute überschätzen. &#8220;Ja, Datenschutz, Verbraucherrechte. ich weiß was ich tue&#8221;. Ist es nicht Naiv zu sagen &#8220;Wir müssen unsere Kinder über etwas aufklären was wir selber nicht verstehen&#8221;? Man muss auch den Eltern, wenn gewünscht sogar die Großeltern (Es gibt sehr viele Technik Interessierte sogar unter den Rentnern!) die Möglichkeit geben sich zu informieren. Wenn ich mir anhören durfte das sogar Teilnehmer der Podiumsdiskussion von sich sagen &#8220;Ich bin selber nicht in Netzwerken angemeldet&#8221;, &#8220;Nein, ich lese mir keine AGB durch&#8221; &#8211; wie will man dann zu einem Fundierten Ergebnis kommen?</p>
<p>Viele Jugendlichen (vor allem die &#8220;älteren&#8221; Jugendlichen) wissen sogar sehr gut was sie da tun, was sie preisgeben und was nicht. Natürlich gibt es auch hier Leute die die Auswirkungen nicht richtig einschätzen. </p>
<p>Was mich am Konzept selber gestört hat:<br />
Die ganze Debatte war sehr &#8220;Weit weg&#8221; von den Benutzern, auf einer eher Rechtlichen, Distanzierten Sichtweise. Will man sich mit &#8220;Problemen&#8221; befassen die durch technische Weiterentwicklung entstehen, muss man sich auch mit den Leuten unterhalten die das ganze betrifft. Nur so kann man verstehen was die Leute dazu bewegt, vielleicht auch realisieren das sich ein anderes Bewusstsein entwickelt und kann auch für &#8220;Probleme der Informationsgesellschaft&#8221; entsprechende angepasste Lösungen finden.</p>
<p>P.s. Was mir noch aufgefallen ist: In nur wenigen Sozialen Netzwerken gibt es Möglichkeiten Informationen (falls das gewünscht ist) nur für eine Gruppe von Benutzern oder sogar für einzelne Kontakte einzustellen.</p>
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